Ratgeber · SEO
Zero-Click
SEO8 Min. Lesezeit

Zero-Click: Google schickt weniger Klicks. Lohnt sich SEO noch?

Das Wichtigste in Kürze

Ja, aber mit einem anderen Ziel als früher. Bei Google wächst die Zahl der Suchen so schnell wie seit fünf Jahren nicht, trotzdem enden in Deutschland 62 % der Suchen ohne Klick. Am stärksten trifft es Wissensfragen, die Googles KI-Übersicht direkt beantwortet. Seit Ende Oktober 2026 zeigt Google diese Übersicht in unseren Messungen auch bei Suchen nach Betrieben vor Ort und nennt darin Firmen mit Namen. Entscheidend ist jetzt, ob du dort und in der Karte vorkommst.

Stand 2. November 2026, nach Studien und eigenen Messungen

Was sind Zero-Click-Searches?

Eine Zero-Click-Search ist eine Suche, nach der niemand auf ein Ergebnis klickt. Die Antwort steht schon auf der Google-Seite: in der KI-Übersicht ganz oben, in einer Infobox oder in der Karte mit Telefonnummer und Öffnungszeiten. Oder die Person findet nichts Passendes und sucht neu.

Die KI-Übersicht heißt bei Google offiziell „Übersicht mit KI“, im Englischen AI Overview. Sie fasst die Antwort in ein paar Absätzen zusammen und verlinkt ihre Quellen. In Deutschland gibt es sie seit März 2025. Seit Oktober 2025 kommt der KI-Modus dazu, eine eigene Suche im Stil eines Chats.

Nicht jede Suche ohne Klick ist für dich ein Verlust. Wer in der Karte auf „Anrufen“ tippt, landet nie auf deiner Website und ist trotzdem ein Kunde. In deiner Website-Statistik fehlt dieser Besuch. In der Statistik deines Google-Unternehmensprofils taucht der Anruf auf.

Die Zahlen: mehr Suchen, weniger Klicks

Google wächst weiter. Ende Oktober 2026 sagte Google-Chef Sundar Pichai, die Zahl der Suchanfragen wachse so schnell wie seit fünf Jahren nicht. Das ist eine Angabe des Unternehmens, für die ganze Welt und ohne Prozentzahl. Am Marktanteil hat sich wenig verändert: Laut StatCounter stammen in Deutschland 88 % der Besuche, die Suchmaschinen auf Websites schicken, von Google, weltweit 91 % (Oktober 2026).

Die Klicks schrumpfen. Das Marktforschungsunternehmen SparkToro hat mit Daten von Similarweb gezählt, wie viele Google-Suchen ohne Klick enden. Gemessen wurde von Januar bis April 2026 im Browser auf Computer und Handy, ohne die Google-App:

LandSuchen ohne Klick
Großbritannien69,5 %
USA68,0 %
Frankreich65,3 %
Kanada63,8 %
Italien63,4 %
Deutschland62,1 %

Von diesen sechs Ländern wird in Deutschland am meisten geklickt. Auf 1.000 Google-Suchen kommen hier 287 Klicks auf Websites außerhalb von Google. Die Schlagzeilen aus den USA lassen sich also nicht eins zu eins übertragen.

Die KI-Übersicht kostet Klicks, aber nicht überall gleich viele. SISTRIX hat über 100 Millionen deutsche Suchbegriffe ausgewertet. Steht eine KI-Übersicht über den Ergebnissen, klicken auf Platz 1 nur noch 11 % statt über 27 %. Weil die Übersicht aber nur bei etwa jedem fünften Begriff erscheint, gehen im Schnitt 6,6 % aller organischen Klicks verloren. Je nach Thema sind es 1 % bis über 24 %. Die Zahlen stehen in der Auswertung von SISTRIX, zuletzt aktualisiert im Oktober 2026.

Google oder ChatGPT: Wo suchen deine Kunden?

ChatGPT nimmt Google einen Teil der Suchen ab, aber weniger, als es sich anfühlt. Eine grobe Schätzung von Ahrefs vom Februar 2026 setzt die suchähnlichen Fragen an ChatGPT bei etwa 12 % der Google-Suchen an. Die Rechnung beruht auf Annahmen, die Größenordnung hilft trotzdem.

In Deutschland nutzt laut Bitkom die Hälfte der Internetnutzer zumindest manchmal KI-Chats statt einer klassischen Suche, 47 % suchen nur klassisch (Befragung im Herbst 2025). Die ARD/ZDF-Medienstudie 2026 zählt 59 %, die KI-Werkzeuge zumindest gelegentlich nutzen, bei den 14- bis 29-Jährigen 92 %.

Unsere Einschätzung: Für die Recherche vor einer Entscheidung wird ChatGPT wichtiger. Wer einen Betrieb in der Nähe braucht, sucht weiter bei Google und in Google Maps. Wie du in den Antworten von ChatGPT vorkommst, steht auf unserer Seite zu KI-Sichtbarkeit (GEO).

Wo Klicks verloren gehen und wo nicht

Es kommt darauf an, wonach deine Kunden suchen:

SucheBeispielWas Google zeigtWas für dich zählt
Wissensfrage„Was kostet ein Umzug?“eine KI-Übersicht mit fertiger Antwortals Quelle in der Übersicht stehen
Anbieter vor Ort„Umzugsunternehmen Leipzig“die Karte, seit Ende Oktober meist auch eine KI-Übersicht mit FirmennamenGoogle-Profil, Bewertungen, eine klare Leistungsseite
Name deines Betriebsdein Firmennamedein Profil und deine Websiterichtige Telefonnummer, Öffnungszeiten, Adresse

Bei Wissensfragen klickt kaum noch jemand. Ganz aus dem Spiel bist du dort aber nicht. Bei „Was kostet ein Umzug?“ nannte die KI-Übersicht am 2. November 2026 sieben Quellen, fünf davon Websites von Umzugsfirmen. Wer dort steht, wird gesehen, bevor jemand überhaupt nach einem Anbieter sucht.

Bei der Suche nach einem Anbieter vor Ort entscheidet sich dagegen der Auftrag. Und genau dort hat Google gerade etwas geändert.

Neu seit Ende Oktober: KI-Übersichten auch bei Suchen nach Betrieben

Wir messen jede Woche, was Google bei den wichtigsten Suchbegriffen unserer Kunden zeigt, jeweils für ihre Stadt. Bei Suchen nach einem Anbieter vor Ort, etwa „Umzugsunternehmen Frankfurt“ oder „Estrichleger Hannover“, sah das monatelang gleich aus: oben die Karte, keine KI-Übersicht. Dann kippte es innerhalb von zwei Wochen:

MessungLokale Suchen mit KI-Übersicht
5. Oktober 20260 von 28
14. Oktober 20262 von 26
26. Oktober 202630 von 35

Am 2. November haben wir gegengeprüft: zehn dieser Suchen in fünf Städten, je einmal auf dem Handy und am Computer. In 18 von 20 Abrufen stand eine KI-Übersicht. Bei fünf Suchen, jeweils dreimal wiederholt, war sie 14 von 15 Mal da.

Die Karte mit den Google-Profilen war bei jeder dieser Suchen weiter da. Neu ist die Liste daneben. Bei „Umzugsunternehmen Leipzig“ zählte die KI-Übersicht am 2. November vier Umzugsfirmen mit Namen auf, jeweils mit einem Satz zu ihren Leistungen und einem Link auf ihre Website. Dazu kamen ein Vergleichsportal und Richtwerte für die Kosten. Die Quellen waren vor allem die Websites der Firmen und das Portal.

Für einen Betrieb heißt das: Neben der Karte gibt es jetzt eine zweite Liste, und die stellt Google aus Websites zusammen. Wer nur ein gepflegtes Profil hat und eine Website ohne klare Angaben, fehlt in dieser Liste womöglich.

Die Grenzen unserer Messung: Es sind die Suchbegriffe von sechs Kunden, keine repräsentative Stichprobe. Wir rufen die Ergebnisse mit einem Messwerkzeug für den jeweiligen Ort ab, nicht mit einem angemeldeten Google-Konto. Was ein einzelner Nutzer sieht, kann abweichen. Ob Google dabei bleibt, zeigen die nächsten Wochen. Wir halten diesen Abschnitt aktuell.

Lohnt sich SEO noch?

Ja, wenn du das Ziel neu fasst. Lange war die Messlatte Platz 1 mit möglichst vielen Klicks. Heute zählt, ob dein Betrieb dort vorkommt, wo die Entscheidung fällt: in der Karte, in der KI-Übersicht, in ChatGPT und auf deiner eigenen Seite, wenn doch jemand klickt. Dafür braucht es dieselben Grundlagen wie bisher. Google muss deine Seiten finden und verstehen, und andere müssen gut über dich reden.

Wie wenig Klicks allein aussagen, sehen wir bei einem Umzugsunternehmen in Leipzig, das wir betreuen. Seit Mai 2026 sind die Klicks aus der Google-Suche um fast zwei Drittel gefallen. Die Anfragen sind im selben Zeitraum gestiegen, auf rund 90 im Monat, selbst gemessen und vom Inhaber bestätigt. Fast der ganze Rückgang betraf eine Kündigungsvorlage auf der Website, die viele Besucher brachte und keine Anfrage.

Weniger lohnt sich SEO, wenn deine Kunden dich fast nur im Notfall suchen und sofort anrufen. Dann ist jeder Euro im Google-Profil und in Bewertungen besser angelegt als in neuen Ratgebertexten.

Was du jetzt tun solltest

  1. Schau in deine Search Console. Leg Impressionen und Klicks der letzten zwölf Monate nebeneinander. Steigen die Impressionen, während die Klicks fallen, prüf, welche Seiten das sind und ob von dort je Anfragen kamen.
  2. Zähl Anfragen statt Besucher. Anrufe, Formulare, WhatsApp und Mails gehören in eine Zählung. Anrufe aus der Karte findest du in der Statistik deines Google-Profils, nicht in der Website-Statistik.
  3. Pflege dein Google-Unternehmensprofil. Die Karte stand in jeder unserer Messungen weiter da. Vollständige Angaben, aktuelle Bilder und echte Bewertungen bleiben der kürzeste Weg zum Anruf. So gehen wir beim Google-Unternehmensprofil vor.
  4. Schreib auf jede Leistungsseite, was eine KI übernehmen kann. Was du machst, wo, für wen, wie der Ablauf ist und in welchem Preisrahmen. In der Übersicht zu „Umzugsunternehmen Leipzig“ standen genau solche Angaben: Leistungen, kostenlose Besichtigung, Festpreisangebote.
  5. Prüf, ob die KI dich nennt. Such nach deiner Leistung und deiner Stadt, stell ChatGPT dieselbe Frage und notier, wer genannt wird. Wiederhol das alle paar Wochen, denn die Antworten schwanken.
  6. Schichte nicht vorschnell auf Anzeigen um. Weniger Klicks heißen nicht automatisch weniger Anfragen. Ob sich mehr Google Ads für dich lohnen und was du vorher vorbereiten musst, steht im Ratgeber SEO vs. SEA. Wie sich beides über zwölf Monate gegenübersteht, rechnen wir im Ratgeber zu SEO-Kosten vor.

Häufige Fragen zu Zero-Click-Searches

Ist SEO tot?

Nein. Bei Google wird so viel gesucht wie nie, und die KI-Übersichten holen ihre Antworten aus Websites, die Google gefunden und verstanden hat. Geändert hat sich, woran du Erfolg misst: an Anfragen und daran, ob du genannt wirst. Klicks allein sagen weniger als früher.

Woran erkenne ich, ob mein Betrieb Klicks an die KI-Übersicht verliert?

In der Search Console. Steigen die Impressionen einer Seite, während Klicks und Klickrate fallen, schau dir die Suchbegriffe dieser Seite an. Such sie selbst bei Google. Steht dort eine KI-Übersicht über den Ergebnissen, ist sie der wahrscheinlichste Grund.

Zählt ein Anruf aus Google Maps als Website-Besuch?

Nein. Wer im Google-Profil auf „Anrufen“ tippt, besucht deine Website nicht. Den Anruf siehst du in der Statistik deines Unternehmensprofils. Wer nur Website-Besucher zählt, unterschätzt, was Google ihm bringt.

Zeigt Google in Deutschland Werbung in der KI-Übersicht?

Stand 2. November 2026 nicht. Anzeigen stehen in Deutschland über oder unter der KI-Übersicht, nicht darin. In den USA und einigen englischsprachigen Ländern zeigt Google Anzeigen schon innerhalb der KI-Übersicht und im KI-Modus.

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Max Wiebe am Laptop
Autor

Max Wiebe — Gründer & SEO-Lead

Schwerpunkte: Google Business Profile Optimierung · Local Pack Rankings · OnPage-SEO · Keyword-Recherche

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