Local Services Ads: Google-Werbung, bei der du pro Anfrage zahlst
Local Services Ads sind Google-Anzeigen für Handwerker und andere Dienstleister rund ums Haus. Du zahlst nicht pro Klick, sondern pro Anruf oder Nachricht. In Deutschland gibt es sie seit 2020. Vorher prüft Google Gewerbeanmeldung und Haftpflicht, das dauert drei bis vier Wochen. 2027 ziehen die Anzeigen in Google Ads um.
Stand 26. Oktober 2026, nach den Google-Hilfeseiten
Was sind Local Services Ads?
Local Services Ads, auf Deutsch „Anzeigen für lokale Dienstleistungen“, erscheinen auffällig in der Google-Suche und in Google Maps. Sie zeigen deinen Betrieb mit Bewertungen und dem Siegel „Von Google verifiziert“. Wer sucht, ruft dich direkt an oder schreibt dir eine Nachricht.
Der größte Unterschied zu normalen Suchanzeigen: Es gibt keine Keywords. Du legst Branche, Leistungen und Einzugsgebiet fest. Bei welchen Suchen deine Anzeige erscheint, entscheidet Google. Und du zahlst erst, wenn jemand Kontakt aufnimmt.
Früher hieß das Format „Google Garantie“ und hatte mehrere Siegel. Inzwischen gibt es nur noch eines. Die Geld-zurück-Garantie für Kunden hat Google dabei abgeschafft.
Für welche Branchen gibt es Local Services Ads?
Google führt rund 30 Branchen, fast alle rund ums Haus:
- Bau und Ausbau: Tischler und Zimmerleute, Bodenleger, Dachdecker, Fassadenverkleidung, Fundament- und Kellerarbeiten, Arbeitsplatten, Umzäunungen, Fensterreparatur, Garagentore, Generalunternehmer, Handwerker
- Haustechnik: Elektriker, Klempner, Heizung, Lüftung und Klima, Wasserschäden, Gerätereparatur
- Reinigung und Pflege: Reinigung, Teppich- und Fensterreinigung, Pools, Landschafts-, Rasen- und Baumpflege, Schnee- und Eisräumung
- Weitere: Umzug, Sperrmüll, Kammerjäger, Immobiliengutachten
Ob deine Branche in deiner Region freigeschaltet ist, zeigt die Verfügbarkeitsprüfung bei der Anmeldung. Arztpraxen, Kfz-Betriebe und Kanzleien stehen nicht auf der Liste. Für sie bleiben normale Suchanzeigen der Weg.
Was kostet eine Anfrage?
Feste Preise nennt Google nicht. Was eine Anfrage kostet, hängt vom Standort ab, von der Leistung, der Art der Anfrage und davon, wie du bietest. Nachrichten sind laut Google meist günstiger als Anrufe. Du legst ein durchschnittliches Wochenbudget fest. Einzelne Wochen dürfen darüber liegen, der Monat als Ganzes nicht.
Wichtiger als der Preis ist die Frage, was Google überhaupt als Anfrage abrechnet:
| Kontakt | Wird abgerechnet? |
|---|---|
| Anruf, den du annimmst oder zurückrufst | ja |
| Verpasster Anruf während der Öffnungszeiten, länger als 20 Sekunden | ja |
| Nachricht auf der Mailbox | ja |
| Nachricht oder E-Mail | ja |
| Terminbuchung über Google | gibt es nur in den USA und Kanada |
| Dieselbe Person meldet sich innerhalb von 15 Tagen erneut | nein, zählt nicht doppelt |
Zwei Punkte aus dieser Tabelle kosten im Alltag Geld:
Verpasste Anrufe zählen mit. Wer während der angegebenen Öffnungszeiten nicht rangeht, zahlt trotzdem. Dazu sinkt die Platzierung, denn Google bewertet die Erreichbarkeit. Stimmen deine Öffnungszeiten nicht mit der Zeit überein, in der wirklich jemand ans Telefon geht, verlierst du doppelt.
In Deutschland gibt es keine Gutschriften. Spam und doppelte Kontakte filtert Google vorher heraus. Fragt aber jemand nach einer Leistung, die du nicht anbietest, bleibt die Anfrage bezahlt. Automatische Gutschriften und Anrufaufzeichnungen gibt es im Europäischen Wirtschaftsraum nicht. Deshalb lohnt es sich, Leistungen und Einzugsgebiet eng einzustellen und nicht möglichst breit.
Welche Prüfung Google vor dem Start verlangt
Für Haushaltsdienstleistungen in Deutschland will Google sehen:
- deine Gewerbeanmeldung
- eine Betriebshaftpflichtversicherung
- eine Lizenz, wenn deine Tätigkeit nach örtlichem Recht eine braucht
- ein öffentliches, bestätigtes Google-Unternehmensprofil
- in ausgewählten Branchen eine Identitätsprüfung für Inhaber und Mitarbeiter im Außendienst
Ab dem Einreichen der Unterlagen dauert die Prüfung laut Google im Schnitt drei bis vier Wochen. Du kannst schon vorher Anfragen bekommen, wenn die Vorabprüfung durch ist. Diese Anzeigen stehen dann aber unter den Anbietern, die das Siegel schon haben. Für Garagentor-Dienste gibt es den Vorabstart nicht.
Wer oben steht, entscheidet nicht nur das Gebot. Google wertet dazu dein Profil aus: wie gut du erreichbar bist, wie schnell du antwortest, deine Bewertungen und ihre Zahl, Bilder und wie gut deine Leistung zur Suche passt. Ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil und echte Bewertungen helfen also doppelt, in der Karte und in der Anzeige.
Was sich 2027 ändert
Google zieht die Local Services Ads in Google Ads um. Sie werden dort zu einer eigenen Kampagnenart mit dem Ziel „Abrechnung pro Anfrage“ und bleiben auf Suche und Maps beschränkt. In den USA sind seit August 2026 die ersten Konten dran. Konten außerhalb der USA folgen 2027, einen genauen Monat für Deutschland nennt Google noch nicht.
Für dich heißt das:
- Das alte Local-Services-Dashboard fällt weg, die bisherigen Berichte werden nicht übernommen. Lade deine Zahlen vor dem Umzug herunter, sonst kannst du später nicht mehr vergleichen.
- Manuelle Gebote, etwa ein Höchstpreis pro Anfrage, gibt es in Google Ads nicht mehr.
- Aus dem Wochenbudget wird ein Tagesbudget, ein Siebtel des bisherigen. An starken Tagen darf Google mehr ausgeben, im Monat bleibt es laut Google bei derselben Summe.
Local Services Ads oder normale Suchanzeigen?
| Local Services Ads | Suchanzeigen | |
|---|---|---|
| Du zahlst | pro Anfrage | pro Klick |
| Du steuerst über | Branche, Leistungen, Einzugsgebiet | Keywords, Gebiet, Uhrzeit, Anzeigentext |
| Vorlauf | drei bis vier Wochen Prüfung | keine Prüfung des Betriebs |
| Branchen | rund 30 Dienstleistungen rund ums Haus | fast alle |
| Wer zählt die Anfragen? | du, mit eigenem Conversion-Tracking | |
| Unpassende Kontakte | bezahlt, in Deutschland keine Gutschrift | du zahlst Klicks, die nicht anfragen |
Local Services Ads passen, wenn deine Branche auf der Liste steht, dein Telefon zu den Öffnungszeiten wirklich besetzt ist und du schon gute Bewertungen hast. Dann zahlst du nur für Kontakte und musst kein eigenes Tracking aufbauen.
Suchanzeigen passen besser, wenn du nur bestimmte Aufträge willst, etwa Badsanierung, aber keine Rohrreinigung. Über Keywords steuerst du genauer, für welche Suchen du erscheinst. Und wenn deine Branche gar nicht auf der Liste steht, bleibt ohnehin nur dieser Weg.
Was wir aus Suchanzeigen-Konten mitnehmen
Bei Suchanzeigen ist der Preis pro Anfrage kein fester Wert, sondern das Ergebnis von Aufbau und Messung. Bei Family Umzüge kostete eine gezählte Anfrage aus Google Ads früher 74 €. Seit wir Kampagne und Strategie neu aufgesetzt haben, sind es 18 €. Verglichen haben wir die alte Kampagne über 12 Monate mit unserer über 6 Monate, die Anfragen haben wir gemeinsam mit dem Kunden gezählt.
Das Gegenbeispiel: Bei einem Kfz-Gutachter waren rund 3.000 € Werbebudget verbrannt. Die Ursache lag in der Messung. Anfragen wurden doppelt gezählt, Anrufe gar nicht. Wir haben zuerst die Messung repariert, dann die Kampagnen.
Bei Local Services Ads nimmt dir Google das Zählen ab. Das ist bequem, aber du siehst dann nur Googles Zählung. Notiere deshalb von Anfang an selbst, welche Anfragen zu einem Auftrag geworden sind. Nur so weißt du, was dich ein Auftrag wirklich kostet, und ob Suchanzeigen günstiger wären.
Häufige Fragen zu Local Services Ads
Gibt es Google Guaranteed in Deutschland noch?
Nein. Google hat die alten Siegel durch ein einziges ersetzt: „Von Google verifiziert“. Die Geld-zurück-Garantie, die am alten Siegel hing, hat Google eingestellt. Erstattungen gab es nur noch für Leistungen, die vor dem 7. Dezember 2025 gebucht wurden.
Kann ich Local Services Ads ohne Bewertungen starten?
Das hängt von der Branche ab. Google verlangt je nach Kategorie schon für den Start Bewertungen, nennt aber keine feste Mindestzahl. Für die Platzierung zählen der Schnitt und die Zahl der Bewertungen in jedem Fall mit.
Muss ich jede Anfrage bezahlen, auch Spam?
Spam und doppelte Kontakte filtert Google nach eigener Angabe vorher heraus. Was danach als gültige Anfrage zählt, zahlst du. Eine Gutschrift für Anfragen, die nicht zu dir passen, kannst du in Deutschland nicht beantragen, weil Google sie im Europäischen Wirtschaftsraum nicht anbietet.
Was passiert 2027 mit meinem Local-Services-Konto?
Google zieht die Anzeigen in Google Ads um, als eigene Kampagnenart mit Abrechnung pro Anfrage. Das alte Dashboard und die alten Berichte gibt es danach nicht mehr. Lade deine Zahlen deshalb vorher herunter. Aus dem Wochenbudget wird ein Tagesbudget, die Monatsausgaben bleiben laut Google gleich.
Und wie sieht das bei dir aus?
Kostenlos, unverbindlich, ohne Verkaufsdruck: Wir schauen uns deine Seite an und sagen ehrlich, was sich lohnt.
Gespräch anfragen
Luis Sabisch — Gründer & Google Ads / Systems Lead
Schwerpunkte: Google Ads (Search, Performance Max) · Google Tag Manager · Conversion-Tracking · Reporting-Automatisierung
Profil ansehen


